Beinvenenthrombose

Kennzeichen:

  • Blutpropf (Thrombus) in den Leitvenen
  • meist distal (außen) beginnend und proximal (zur Körpermitte hin) fortschreitend
  • bei proximalem Beginn besteht Tumorverdacht!
  • Schmerzen im Bereich der Wade oder Kniekehle
  • plötzliches Anschwellen der Extremität, wenn mindestens zwei Unterschenkelvenen betroffen sind
  • oftmals keine Schwellung be Immobilisation


Maßnahmen:

  • Vorsicht ist jederzeit geboten
  • am besten sofortige Klärung
  • schon bei Verdacht umgehend mit der Therapie beginnen


Diagnostik:

  • klinische Untersuchung: hier besteht keine Gewähr, Thrombosezeichen sicher zu erkennen oder auszuschließen; untersucht werden der Wadendruckschmerz und der Druckschmerz an der Fußsohle
  • (Kompressions-)Duplex-Sonographie: eignet sich gut zum Nachweis einer Thrombose und zur Lokalisierung des Thrombus-Endes; nicht zu empfehlen, um wiederkehrende Thrombosen (Rezidiven) zu beurteilen; die Untersuchung erfolgt nicht invasiv, ist beliebig wiederholbar und kommt ohne Kontrastmittel aus
  • Phlebographie: eignet sich gut zum Nachweis von Thrombosen im Ober- und Unterschenkelbereich sowie zur Beurteilung von Rezidiv-Thrombosen, nicht zu empfehlen für den Beckenvenenbereich, notwendig vor invasiver (medikamentöser) Therapie; die Untersuchung erfolgt invasiv mit Hilfe von Kontrastmittel
  • Computertomographie: ist erforderlich bei jeder isolierten Beckenvenenthrombose, beurteilt wird die proximale Ausdehnung; wird mit Kontrastmittel durchgeführt


Behandlung
:

  • Grundmaßnahme ist stets der Kompressionsverband
  • Therapeutische Heparinisierung: Die Therapie wird in Deutschland inzwischen standardmäßig zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen eingesetzt. Verabreicht wird je nach Gewicht und auch ambulant fraktioniertes Heparin (z.B. Innohep) oder unfraktioniertes Heparin, das PTT-gesteuert und stationär in eine Vene gespritzt wird.
  • Lysetherapie: erfolgt, wenn Kontraindikationen und Thrombose, die weniger als 20 Tage bestehen, ausgeschlossen werden können, anschließend kann überlappend Marcumar verabreicht werden, z.B. bei Erstthrombose ohne Lungenembolie für ein halbes Jahr (Die Dauer der Marcumarisierung hängt davon ab, ob es sich um eine Erstthrombose handelt und ob die Ursache der Thrombose bekannt ist oder nicht.)
  • Kompressionsstrumpf: in der Regel lebenslang

Thrombophlebitis

Kennzeichen:

  • Blutpropf (Thrombus) in den oberflächlichen Venen; meist in Varizen
  • schleichender lokaler Beginn
  • umschriebene Rötung mit Druckschmerz
  • in der Regel kein Ödem; allerdings besteht die Gefahr eines Ödems bei einem Übergang auf das tiefe Venensystem


Diagnostik:

  • Eine diagnostische Klärung sollte erfolgen:
    • wenn sich die Entzündung trotz Therapie ausweitet
    • wenn auch das zweite Drittel des Oberschenkels betroffen ist oder ein zusätzliches Ödem festgestellt wird
  • Duplex-Sonographie: Ist besonders geboten bei Patienten mit Übergewicht und/oder Diabetes mellitus. Bei Ihnen zeigt diese Diagnoseform oftmals eine deutlich weitere Ausdehnung zur Körpermitte hin als der klinische Befund.


Therapie:

  • lokale Stichinzision bei kleinerem Varixknoten
  • Kompression mit Kurzzugbinde oder Zinkleim
  • Einsatz von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) bei fehlenden Kontraindikationen
  • Therapeutische Heparinisierung bei Fortschreiten trotz Therapie und bei proximaler Phlebitis an der Mitte des Oberschenkels
  • Überlappende Verabreichung von Marcumar
  • Im Notfall, z. B. bei Übergreifen auf den Bereich der Magna-Crosse, ist eine Crossektomie erforderlich
  • Strumpfversorgung